Eine gelungene Aktion!

Jusos

Sonnenaufgang im März. Müde schwinge ich meine Beine aus dem Bett und torkle der Dusche entgegen. Es ist der Morgen des 25.03.2011. Und vor allem ist es eins: zu früh! Aller vorangegangenen Planung zum Trotze sind um eine solche Uhrzeit zuvor sortierte Gedanken wieder in Gänze wahllos auf verschiedenste Synapsen in unterschiedlichen Hirnregionen verteilt.

Also rufe ich schlaftrunken Familie Petschull an um die Abholung der von ihnen für diesen großen Tag hoffentlich liebevoll vorbereiteten Muffins mit den Schriftzügen "Gebühren" und "Kopfnoten" zu organisieren. Bereits nach zweimaligem schellen begrüßt mich die heitere und motivierende Stimme von Renate. "Ich hoffe ich hab euch nicht geweckt" Renate insistiert: "Macht nichts, jetzt sind wir halt wach!" Sorge macht sich breit. Sollten die sonst so verlässlichen Petschulls etwa die Muffins vergessen haben? Schnell stelle ich die alles entscheidende Frage: "Darf ich gleich die Muffins holen kommen?" Ernüchterung macht sich breit als Renate meiner verschlafenen Wenigkeit verklickert, das Sie doch für nächste Woche fürs KHG eingeteilt waren. Nach einer ausführlichen Entschuldigung meinerseits und Beteuerungen von Frau Petschull, das dies nicht schlimm sei wird erstmal der morgentliche Ritus in angriff genommen, damit weitere peinliche "schlafwandel" Aktionen vermieden werden! Aus der Dusche entkommen und deutlich wacher empfängt mein Fernsprecher eine Textmitteilung: " Daniel T.B.: Moin Großer. Hab nicht verpennt - muss aber dringend arbeiten..." Ein an diesem Tag noch nicht benutzter Muskel regt sich und entschürzt meine Lippen zu einem Grinsen.

Im Auto angekommen schlage ich den Weg Richtung Champagne ein. Es ist punkt sieben als mein Anruf von Marre entgegen genommen wird. "Jaaaaa?" (Zahnputzgeräusche) "Mach dich los, et is sieben" Marre: "Oh echt. Krass. Ja ich komme." Bei Schefflers angekommen begrüßt mich Fofo mit einer Herzung und mit der im gesamten Haus deutlich vernehmbaren Kurzdebatte darüber, das Marre heute wahrscheinlich in diesem Jahr das erste mal pünktlich zur Schule kommt, provozieren wir die Selbe zu beschleunigtem Präparationsverfahren! Jan trottet dem Auto entgegen und bringt eine monströse Ladung beschrifteter Muffins mit. Los gehts richtung HHG. Jan bemerkt das er um 4.00 Uhr aufgewacht ist und dementsprechend deutlich zu wenig Schlaf bekommen hat. Mit einem Kurzvortrag darüber das ein Musiklehrer zu solchen Zeiten lediglich angetrunken aus der Kneipe auf dem Heimweg sein darf, bestätige ich, das diese Uhrzeit eine Frechheit ist.

Das HHG, Schule für Gymnasiasten mit Niveau.
Dreist wie ein Rudel Frettchen stellen wir den alten Lila Polo direkt auf die Strasse hinter den Lehrerparkplatz. Es ist 7.15 Uhr. Kein Mensch weit und breit. Nach nichtmal 20 Versuchen hängt die Juso Fahne dank des unglaublich fähigen Dekorationsduos Scheffler-Krefting über der Heckklappe der Lila-Laune-Laube! Marre und Jan öffnen Dosen und Verteilen Muffins geografisch geschickt auf dem Dach des Lustmobils, um einen blitzartigen Zugriff bei hohem Andrang zu garantieren - als tatsächlich ein Erwachsener Mensch das Schulgelände betritt. Mutig stolziere ich hinterher um unser Tun zu erläutern. Mit einer kurzen Vorstellung und der Frage, ob sich eventuell bereits von uns unbemerkt ein leitender Schulangestellter ins Gebäude gemogelt hat, eröffne ich den Dialog. Grinsend wird mir entgegnet, das die Schulleitung erst so gegen 20 vor einzutrudeln geruht. Tatsächlich! Um 7.35 Uhr Mettmanner Ortszeit erreicht Herr Dr. Dach den Parkplatz. Dynamisch schwinge ich mich ihm entgegen, stelle uns vor und werde darüber informiert, das ich das Auto da wohl besser weg stelle, da mann das den Eltern ja auch stetig verbiete. Wir sehen ein, das hier nachgebessert werden sollte und parken Milka um.

Es ist so weit, nachdem die ersten einzelnen Schüler unsere Angebote weitestgehend ignorieren, erreicht der erste Schulbus das Gelände. Marre überprüft rasch nochmal alle SMS des Vorjahres auf eventuell für den heutigen Tag relevante Ereignisse um sich nicht wie Jan und ich in die Massen zu stürzen, erreicht aber nach kurzer Aufforderung doch Arbeitstemperatur und läuft im verteilvergleich zu Jan zu mindest schonmal auf 20% Leistung. Intelligent positioniert verursachen wir gleich einen Schülerstau vom allerfeinstenwelcher durch einen weiblichen Lehrkörper mit dem Satz: "Weiß denn die Schulleitung bescheid? Das ist hier Unfallreichstes Gebiet!" kommentiert wird. Nach Beruhigung und Bestechungsversuchen mit Muffins verlässt der Lehrkörper unser Gefilde. Meine marktschreierische Informationsflut zum Thema abgeschaffte Studiengebühren, Einladung zu Juso Treffen und morgentlichen Verdauungsproblemen wird durch gelegentliches erraten der zukünftigen Studienrichtung anhand der äußeren Schülermerkmale ergänzt und findet bei Diesen meist kommentiert durch ein schmunzeln Anklang. Erstaunlich ist, das zu diesem Zeitpunkt bereits etliche Schüler mit verdutzten Augen vor uns stehen und uns fragen, ob die Studiengebühren wirklich abgeschafft wurden. Wir klären auf. Es ist klar festzustellen, das dem ein oder anderem ein Stein vom Herzen fällt.

Die letzte Phase der Verteilaktion ist im vollen Gange. Mittlerweile haben sich ein paar ältere Semester um uns geschart und rauchen zum Muffin rasch noch ein Kippchen vorm Unterricht. Ein Frühstück für Champions meinen wir. Marre verteilt Muffins mit vorangegangenen Kommentaren der Art: "Ah da kommt der und der - der frisst auf jeden Fall nen Muffin." oder "Oh mann, die braucht noch dringend nen Muffin!". Teilweise zum dritten mal nähern sich - neugierig wie Erdmännchen - die Sechstaner um ein weiteres Napfküchlein abzugreifen. Pädagogisch korrekt verscheuchen wir Selbige mit sielmannschen Serengeti-Warzenschweinlauten. Der letzte Muffin des Tages geht - einem Apell an die Vernunft gleich - an die äußere Linke in Form von Kamran.

Zufrieden und guter Dinge verlassen wir, der eine zum Sportunterricht, die anderen ins traute Heim, das HHG. Wir konnten informieren und feiern, das in NRW endlich ein Weg eingeschlagen wird, der für die zukünftigen Steuerzahler Ausbildung ohne Klassierung bedeutet.

Ich schließe motiviert mit dem Lied auf den Lippen:

"NRW, in guten Händen..."

Corell Stähler

 
 

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